Nur für den Moment
Wenn gerade alles zu viel ist
Ein paar kleine Dinge, die mir helfen, wieder bei mir anzukommen, wenn es zu viel wird. Nichts Großes. Nimm dir, was gerade passt, und lass den Rest.
Und bevor du weiterliest: Du machst gerade nichts falsch. Dass es zu viel geworden ist, sagt nichts über dich aus, außer dass du viel aufnimmst. Du musst dich hier zu nichts zusammenreißen.
Geh erstmal raus
Du darfst die Situation verlassen, bevor du dich zusammenreißt. Kurz vor die Tür, ins Bad, ans Fenster. Nicht erst, wenn gar nichts mehr geht, sondern jetzt. Und dann atme. Das ist kein Weglaufen, das ist der Grund, warum du gleich wieder da sein kannst.
Erst atmen
Halt kurz inne. Atme tief in den Bauch, sodass er sich weitet wie ein kleiner Ballon. Beim langen Ausatmen zieh ihn sanft nach innen. Das lange Ausatmen sagt deinem Körper: du bist sicher.
Füße spüren
Stell beide Füße fest auf den Boden und spür, wie er dich trägt. Ein kleiner Moment, der sagt: ich bin hier, und ich bin sicher.
Kaltes Wasser
Halt die Handgelenke unter kaltes Wasser oder kühl dir sanft das Gesicht. Das holt dich oft schnell aus dem Karussell zurück.
Kurz schütteln
Schüttel Hände und Arme ein paar Sekunden locker aus. Lass die Anspannung einfach mit rausfließen, wie Wasser von den Fingern.
Ein schöner Reiz
Wähl dir bewusst eine schöne Kleinigkeit für einen Sinn: ein Schluck Tee, ein Duft, warmes Licht auf der Haut. Bleib einen Moment ganz dort.
Hand aufs Herz
Leg eine Hand auf dein Herz und sag dir leise etwas Freundliches. So, wie du es einer lieben Freundin sagen würdest, die du von Herzen magst.
Warum das lange Ausatmen so wirkt
Den Satz „atme erstmal tief durch" hat jede von uns schon gehört, und meistens macht er eher wütend als ruhig. Deshalb kurz, warum es trotzdem etwas bringt.
Es hat mit deinem Herzschlag zu tun. Beim Einatmen wird er ein wenig schneller, beim Ausatmen ein wenig langsamer. Das passiert bei jedem Menschen, den ganzen Tag, ohne dass du etwas davon merkst. Wenn du also länger ausatmest als einatmest, verbringst du mehr Zeit im langsameren Takt.
Dein Körper liest daraus, dass gerade keine Gefahr da ist. Und weil er das an deinem Atem abliest und nicht an deinen Gedanken, wirkt es auch dann, wenn dein Kopf noch längst nicht überzeugt ist. Das ist für mich der eigentliche Punkt: Du musst dich nicht beruhigen wollen. Du musst nur länger ausatmen.
Ich bin keine Ärztin und erkläre es dir so, wie ich es für mich verstanden habe. Wichtiger als die Erklärung ist ohnehin, dass du es einmal ausprobierst, am besten jetzt gleich.
Du musst nichts davon richtig machen. Schon ein einziger dieser Momente kann reichen, um ein kleines Stück leiser zu werden.
Und falls heute gar nichts davon geht: auch gut. Dann war heute einfach ein Tag, an dem du dich durchgetragen hast. Das zählt genauso.
Und wenn du magst, bist du damit nicht allein