Wenn Geräusche zu viel werden
Wenn dir alles zu viel ist, stecken oft zu viele Geräusche mit drin, ohne dass du es merkst. Warum Lärm feinfühlige und hochsensible Menschen müde und gereizt macht, und was bei Reizüberflutung wirklich hilft.
Magst du erstmal rausfinden, ob du selbst hochsensibel bist? Zum kostenlosen HSP-Test
Hinweis: Dieser Beitrag enthält Werbung in Form eines Affiliate-Links.
Mir ist gerade alles zu viel
Das ist der Satz, den ich am häufigsten höre. Nicht eine bestimmte Sache, nicht ein Termin, nicht ein Mensch. Einfach alles.
Und wenn wir dann gemeinsam genauer hinschauen, taucht fast jedes Mal etwas auf, das vorher auf keiner Liste stand. Das Radio, das seit dem Frühstück nebenherläuft. Die Spülmaschine, die piept, während das Kind etwas erzählt. Das Klimpern von Besteck, das Rascheln einer Verpackung, ein Gespräch zwei Tische weiter im Café, dem du nicht zuhören willst und trotzdem folgst.
Das klingt nach Kleinigkeiten. Aber es läuft den ganzen Tag mit.
Geräusche machen müde, ohne dass du es merkst
Das wissen die wenigsten. Man sucht die Ursache für die Erschöpfung bei den Aufgaben oder bei sich selbst, dabei war im Hintergrund die ganze Zeit etwas an. Und irgendwann reicht ein einziges Geräusch mehr, damit alles kippt.
Wenn du magst, spür da heute einmal hinein. Was läuft gerade eigentlich alles mit, während du das hier liest? Und wie fühlt es sich an, wenn du eine einzige Geräuschquelle ausmachst?
Dein System filtert weniger weg als das von anderen. Das ist keine Schwäche und nichts, was du dir abtrainieren kannst. Es bedeutet nur, dass mehr bei dir ankommt, und dass du deshalb schneller voll bist.
Das Blöde daran ist die Reihenfolge: Erst wird es zu laut, dann wirst du müde und gereizt, und dann kommt das schlechte Gewissen, weil du die Geduld verloren hast. Dabei war der Lärm zuerst da.
Warum bin ich ständig müde und gereizt?
Mit dieser Frage landen viele bei mir. Ohne Etikett, ohne Diagnose, einfach mit dem Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.
Abends kaputt sein, obwohl der Tag von außen ganz normal aussah. Ständig gereizt, obwohl niemand etwas gemacht hat. Nicht mehr in den Supermarkt wollen, ohne sagen zu können warum. Und dann dieser Gedanke: Andere schaffen das doch auch, was ist bloß los mit mir?
Vielleicht ist die Antwort einfacher, als du denkst. Vielleicht bist du nicht erschöpft, weil du zu wenig geschlafen oder zu viel gearbeitet hast. Sondern weil du mehr aufnimmst als andere, den ganzen Tag, ohne Pause.
Das hat einen Namen, und wenn du magst, kannst du in fünf Minuten schauen, ob es zu dir passt: Zum kostenlosen HSP-Test. Kein Ergebnis, das dich in eine Schublade steckt, sondern eher ein Spiegel.
Und falls du damit nichts anfangen kannst: Auch dann gilt alles, was hier steht. Du musst kein Etikett haben, um es dir leiser machen zu dürfen.
Und die Welt wird nicht leiser
Es liegt übrigens nicht nur an dir. Es ist tatsächlich mehr geworden.
Geh einmal ganz bewusst durch einen Supermarkt. Musik von der Decke, dazwischen Durchsagen, das Summen der Kühltruhen, das Piepen an fünf Kassen gleichzeitig. Und inzwischen hängen zwischen den Regalen Bildschirme, die dich mit Ton bewerben. An der Tankstelle läuft ein Werbevideo, während du tankst. Im Wartezimmer läuft ein Fernseher. In der Bahn telefonieren vier Menschen gleichzeitig.
Früher gab es zwischendurch Stille. Kleine Löcher im Tag, in denen einfach nichts war. Die sind fast verschwunden, weil jede Lücke inzwischen mit etwas gefüllt wird, das deine Aufmerksamkeit will.
Und das Handy in deiner Tasche macht fleißig mit. Jede Benachrichtigung ist ein kleiner Reiz, der dein System kurz hochfahren lässt. Hundertmal am Tag.
Wenn du also das Gefühl hast, dass es immer mehr wird: Du hast recht. Du bildest dir das nicht ein, und du bist auch nicht empfindlicher geworden als früher. Die Welt ist lauter geworden. Du merkst es nur eher als andere.
Und dann ist da noch das, was du nicht hörst
Es geht nämlich nicht nur um Schall.
Vielleicht kennst du das: Du kommst irgendwo rein und weißt sofort, hier liegt etwas in der Luft. Niemand hat etwas gesagt, und trotzdem ist es schwer. Oder du triffst jemanden für zwanzig Minuten und bist danach müde, als hättest du gearbeitet.
Menschen bringen ihre eigene Lautstärke mit, und die hat nicht nur mit Dezibel zu tun. Manche reden immer laut, egal worum es geht, und füllen den ganzen Raum. Andere sind so leise, dass du dich zu ihnen hinbeugst und dabei ganz automatisch auch innerlich näher rückst. Beides kostet dich etwas, wenn du viel wahrnimmst.
Und dann gibt es diese Tage, an denen alles schwerer ist und du nicht sagen kannst warum. Manche schauen dafür auf den Mond, andere auf alte Kalender mit ihren günstigen und ungünstigen Tagen. Ob du damit etwas anfangen kannst, darfst du ganz für dich entscheiden, ich möchte dir da nichts überstülpen. Ich merke nur immer wieder, dass es Tage gibt, an denen offensichtlich mehr in der Luft liegt, und dass feinfühlige Menschen das als Erste spüren.
Du musst das nicht erklären können. Es reicht, wenn du es bemerkst.
Und wenn du es bemerkst, darfst du dich fragen: Ist das gerade meins? Oder ist das der Raum, der Mensch, der Tag? Allein diese Frage schafft schon Abstand.
Was mir bei Reizüberflutung hilft, bevor ich zu Hilfsmitteln greife
Eine Geräuschquelle abschalten, nicht alle. Oft reicht es, das Radio auszumachen, wenn geredet wird. Nicht alles muss still sein, nur eine Sache weniger gleichzeitig.
Stille Inseln einbauen. Zwanzig Minuten ohne Musik, ohne Bildschirm, ohne Gespräch. Klingt nach wenig, ist aber der Unterschied zwischen einem Abend, an dem ich noch da bin, und einem, an dem ich nur noch funktioniere.
Nach dem Lärm bewusst runterkommen. Wenn der laute Teil vorbei ist, nicht sofort ins Nächste. Ein paar Minuten Nichts, sonst schleppst du die Anspannung mit in den nächsten Raum.
Den Tag anders legen, wenn es geht. Einkaufen morgens statt samstagmittags. Das ist kein Rückzug, das ist kluge Planung.
Das Handy auf lautlos, sobald es kippt. Wenn ich merke, dass mir gerade vieles zu viel wird, mache ich als Erstes das Handy stumm. Auch das Vibrieren, denn das ist genauso ein Reiz. Du spürst ihn nur im Körper statt im Ohr, und dein System fährt trotzdem jedes Mal kurz hoch.
Und wenn ich erreichbar bleiben muss. Manchmal geht lautlos eben nicht. Dann sammeln sich Sprachnachrichten an, die ich unterwegs oder in der Öffentlichkeit gar nicht abhören kann. Ich lasse sie mir deshalb mitschreiben und lese sie einfach. Das nimmt gleich zwei Sachen raus: das Geräusch und den Druck, sofort zuhören zu müssen. Wie ich das mache, habe ich hier aufgeschrieben: Wenn du eine Sprachnachricht gerade nicht abhören kannst. Weitere kleine Helfer sammle ich auf meiner Seite mit Lösungsideen.
Ohrstöpsel sind etwas anderes als Watte im Ohr
Lange dachte ich, Ohrstöpsel sind nichts für mich. Ich hatte diese weichen Schaumstoffdinger im Kopf, die alles dumpf machen. Man hört nichts mehr richtig, fühlt sich abgeschnitten, und wenn jemand etwas sagt, versteht man es nicht.
Es gibt aber Ohrstöpsel mit Filter. Die machen nicht alles leise, sondern nehmen den Lärm runter und lassen Stimmen durch. Du bist also weiter dabei, nur eben ohne dass dich der Rest überrollt. Für laute Familienessen, für den Supermarkt, für Feiern, für Zugfahrten, für das Großraumbüro.
Zwei davon finde ich für uns besonders passend:
Wenn du dein Kind trotzdem hören möchtest: Die SleepSoft haben einen Filter. Der nimmt den Hintergrund raus, also Schnarchen, Straße, Grundrauschen, lässt aber Stimmen und wichtige Töne durch. Wecker, Telefon und eben dein Kind hörst du weiter.
Wenn du wirklich mal Ruhe brauchst: Die SleepDeep dämpfen stärker und haben eine weiche, ovale Form, auf der du auch bequem liegen kannst. Dafür kommt entsprechend weniger durch.
Ein Tipp noch, weil ich es oft falsch machen sehe: Nimm nicht die stärkste Dämpfung. Wenn du gar nichts mehr hörst, fühlst du dich abgeschnitten und nimmst sie nach zehn Minuten genervt wieder raus. Die mittlere Stärke ist die, die man wirklich trägt.
Gib deinen Ohren Zeit
Das wird selten dazugesagt, ich finde es aber wichtig: Am Anfang fühlt sich das oft ungewohnt an. Manchmal drückt es ein bisschen, manchmal ist da so ein Fremdkörpergefühl. Dein Gehörgang muss sich erst daran gewöhnen.
Deshalb fang lieber klein an. Ein, zwei Stunden am Abend, statt gleich die ganze Nacht. Und wenn du sie regelmäßig nachts tragen möchtest, steigere langsam. Es lohnt sich, weil sich das Fremdgefühl nach ein paar Nächten meistens verliert und du sie irgendwann gar nicht mehr merkst.
Zwei Dinge noch: Halte sie sauber. Bei häufigem Tragen ist das wichtiger, als man denkt. Und wenn etwas weh tut, juckt oder sich entzündet anfühlt, lass sie weg und frag im Zweifel jemanden vom Fach. Ich bin keine Ärztin, das hier ist nur meine Erfahrung.
Ehrlich zum Link
Der Link oben ist ein Affiliate-Link, also Werbung. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Ich schreibe das lieber deutlich dazu, als es zu verstecken.
Und damit du es weißt: Es gibt auch andere gute Anbieter. Wenn du woanders welche findest, die dir besser gefallen, nimm die. Mir geht es darum, dass du überhaupt weißt, dass es sowas gibt.
Das ist kein Weglaufen
Einen Satz möchte ich dir noch mitgeben, weil ich ihn oft höre: „Aber dann entziehe ich mich doch.“
Nein. Wenn du dir den Lärm etwas leiser machst, bist du länger da. Du gehst nicht früher, du kippst nicht in den Rückzug, du bist nicht am Ende des Tages leer. Du bleibst.
Das ist kein Weglaufen. Das ist der Grund, warum du bleiben kannst.
Und wenn du gerade in einem Moment steckst, in dem schon alles zu viel ist, schau mal bei meinen Lösungsideen für überfordernde Momente vorbei.
Es darf leichter werden. Auch für dich.
Deine Jennyfer
Hast du dich wiedererkannt?
Komm gern in den Gruppenraum. Kleine Runde, maximal drei Frauen. Alles feinfühlige Menschen, die nicken statt komisch zu gucken.
Zum GruppenraumMagst du lieber für dich allein sein? Im Einzelgespräch nehmen wir uns Zeit nur für dich. Ganz wie es sich richtig anfühlt.
Zum EinzelgesprächOder schreib mir.