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Ich habe aufgehört zu suchen. Und dann saß ich bei einer Hypnose.

Über vierzig Jahre habe ich nach einer Lösung gesucht, bis hin zu Botox in der Blase. Vor einem Jahr habe ich aufgehört. Warum ausgerechnet dann etwas kam, und was eine Hypnosesitzung bei mir verändert hat.

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Aquarell: ein leeres Holzboot treibt auf stillem Wasser, die Leine locker hinterher, am Ufer Schilf und WiesenblumenMit KI erstellt

Vor einem Jahr habe ich aufgehört, nach einer Lösung zu suchen. Nicht aus Einsicht. Aus Müdigkeit.

Im August habe ich hier aufgeschrieben, wie das war: Was sich änderte, als ich aufhörte, dagegen anzukämpfen. Damals dachte ich, das sei das Ende der Geschichte. Ich hatte meinen Frieden gemacht und wollte einfach leben.

Was dann passiert ist, hätte ich nicht erwartet.

Kurz zu mir, bevor es weitergeht

Ich bin Sensi-Begleiterin, keine Ärztin, keine Therapeutin, keine Heilpraktikerin. Ich erzähle hier meine eigene Geschichte, mehr nicht. Nichts davon ist ein Rat, und nichts davon ersetzt jemanden, der sich damit auskennt.

Wenn du beim Lesen merkst, dass es dir nahegeht, und du das mit jemandem teilen möchtest, der nickt statt komisch zu gucken: im Einzelgespräch ist Platz dafür.

Was mein Körper macht, wenn es eng wird

Seit ich drei bin, hält mein Körper in bestimmten Momenten nicht. Vorne nicht und hinten nicht. Es braucht keine Krankheit dafür und keinen schlechten Tag. Es reicht eine Situation, die etwas in mir auslöst. Schreck, Streit, Aufregung, manchmal auch Vorfreude. Dann sind es Sekunden, und ich brauche eine Toilette.

So erkläre ich es mir: Wenn Adrenalin kommt, macht der Körper sich bereit wegzulaufen. Und wer wegläuft, wird vorher leichter. Das ist nichts Kaputtes. Das ist ein sehr alter Reflex, der bei mir eben leichter anspringt als bei anderen.

Das Blöde daran ist, dass die Angst davor dasselbe auslöst wie die Sache selbst. Ich habe Angst, dass es passiert, und genau diese Angst ist Aufregung, und Aufregung ist der Auslöser. Eine Zeit lang bin ich fast nicht mehr rausgegangen. Mein Leben war eine Kette aus Toiletten mit ein bisschen Leben dazwischen.

Ich habe wirklich alles ausprobiert

Nicht ein bisschen. Alles.

Tabletten, die den Drang dämpfen sollen. Therapien und Aufarbeitung, weil ja vielleicht etwas Altes darunter liegt. Und irgendwann sogar eine Klinik in Mönchengladbach, die sich darauf spezialisiert hat: Man spritzt Botox in den Blasenmuskel, damit er sich entspannt und nicht mehr so schnell mitmacht.

Ich habe das gemacht. Ich habe eine Menge gemacht.

Weggegangen ist es nicht.

Wie ich mit so etwas umgehe

Ich bin niemand, der lange liegen bleibt. Es gibt Tage, da weine ich ins Kissen, meistens zwei. Am dritten gehe ich mir selbst auf den Keks, und dann geht es weiter.

Ich lebe ziemlich aus dem Gefühl heraus. Die meisten großen Entscheidungen in meinem Leben sind nicht aus einer Liste entstanden, sondern aus einem Moment, in dem ich dachte: Das ist jetzt mein Weg. Und wenn dann alles in mir schreit und andere sagen, um Gottes willen, mache ich es manchmal trotzdem. Ich bin einfach neugierig, wie es sich anfühlt, wenn man in das schwarze Loch springt.

Mit Anfang dreißig bin ich aus einem Flugzeug gesprungen. Mit einer Blase, die sich in Aufregung entleert. Das ist genau die Art von Widerspruch, die mein Leben ausmacht.

Und dann habe ich aufgehört zu suchen

Vor etwa einem Jahr habe ich gesagt: Gut. Es gehört jetzt zu mir.

Das heißt nicht, dass ich es schön finde. Ich finde es nicht schön. Es heißt auch nicht, dass ich nie wieder etwas ausprobiere. Wenn eine Lösung kommt, nehme ich sie sofort. Es heißt nur, dass ich mein Leben nicht mehr darum herum baue, eine zu finden.

Ich lasse es jetzt laufen. Im wahrsten Sinne.

Dann kam Sandra

Ich habe nicht gesucht, und trotzdem hat sich ein Kontakt ergeben. So etwas passiert bei mir öfter, sobald ich aufhöre zu ziehen.

Sandra Seumel arbeitet mit Face Reading und mit Hypnose. Im Kern geht es bei ihr nicht um ein einzelnes Symptom, sondern um die Frage, wie du wieder zu dir selbst findest.

Was sie für mich besonders macht, ist die Art, wie sie arbeitet. Bei ihr ist es nicht Termin, Hypnose, tschüss. Sie steckt vorher viel Arbeit hinein und noch mehr Herzblut. Sie schaut sich den Menschen an, der da sitzt, und nicht das Anliegen auf dem Zettel. Wir kannten uns schon, deshalb brauchten wir kein langes Vorgeplänkel, und ich habe einfach eine Sitzung gemacht.

Du bist bei ihr nicht irgendjemand. Das klingt nach einer Kleinigkeit, und es ist genau das, was ich bei all den Terminen der letzten vier Jahrzehnte am meisten vermisst habe.

Was sich seitdem verändert hat

Es ist nicht weg, und das hat sie auch nie versprochen.

Und trotzdem: Ich gehe noch einmal anders damit um als vorher. Dabei dachte ich, ich wäre an diesem Punkt längst fertig. Ich hatte angenommen, ich hatte meinen Frieden, ich war zufrieden mit dem Stand. Und dann löst sich da noch etwas, das ich selbst gar nicht mehr als angespannt wahrgenommen hätte.

Ich finde das schlicht faszinierend. Und ich erzähle es hier, weil ich es jeder Frau wünschen würde, die gerade denkt, sie hätte doch schon alles probiert.

Was bei mir passiert ist, muss bei dir nicht passieren, ich bin ja auch keine Ärztin. Aber wenn du neugierig bist: Sandra ist jemand, zu dem ich wieder hingehen würde. Und ich bekomme kein Geld dafür, dass ich sie hier nenne. Ich empfehle sie, weil ich bei ihr war.

Der Teil, der mir am wichtigsten ist

Mir ist erst hinterher aufgefallen, wann das kam.

Nicht in den Jahren, in denen ich gesucht habe. Nicht in der Zeit, in der ich Foren nachts um halb eins gelesen habe. Sondern in dem Jahr, in dem ich aufgehört habe.

Ich glaube nicht an Zufall in solchen Dingen. Ich glaube eher, dass man nichts aufnehmen kann, solange die Hände voll sind. Solange ich damit beschäftigt war, mich zu reparieren, war kein Platz für etwas, das einfach nur da sein wollte.

Deshalb sage ich so oft, dass keine Methode und kein Hilfsmittel etwas bringt, wenn du nicht bei dir selbst anfängst. Nicht weil Methoden schlecht wären. Sondern weil du sonst mit jeder neuen nur weitersuchst.

Wenn du gerade noch suchst

Dann sollst du nicht aufhören, weil ich das hier schreibe.

Du darfst nur einmal prüfen, was dich antreibt. Suchst du, weil dir etwas das Leben leichter machen könnte. Oder suchst du, weil du dich noch nicht ausstehen kannst, so wie du gerade bist.

Das eine ist Fürsorge. Das andere ist Kampf. Und es fühlt sich beim Suchen genau gleich an.

Deine Jennyfer

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