Drei Kleinigkeiten, die meine Tage leiser machen
Einfache Rituale für feinfühlige und hochsensible Menschen, um das Nervensystem zu beruhigen: ein langer Atemzug, ein Glas Wasser am Morgen, ein kleiner Gedanke am Abend und ein paar mehr.
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Es müssen nicht die großen Dinge sein
Ich habe lange geglaubt, ich bräuchte ein richtiges Programm. Eine Morgenroutine mit sieben Punkten, Meditation, Journaling, am besten noch vor sechs Uhr aufstehen. Ich habe es probiert, und ich bin jedes Mal gescheitert. Nicht weil ich zu faul war, sondern weil es zu viel war für ein System, das sowieso schon voll ist.
Was geblieben ist, sind drei winzige Sachen. So klein, dass sie fast albern klingen. Und genau deshalb funktionieren sie.
Eins: der lange Atemzug
Wenn es eng wird, atme ich einmal tief ein und lasse dann ganz langsam los. Das Ausatmen ist der Teil, auf den es ankommt. Es darf länger dauern als das Einatmen, ruhig doppelt so lang.
Das klingt nach nichts. Aber dein Körper versteht diese Sprache. Ein langes Ausatmen sagt ihm: du bist sicher, du darfst runterkommen. Das ist keine Willenssache, das passiert einfach.
Ich mache das im Auto, bevor ich aussteige. An der Kasse, wenn es voll ist. Zwischen zwei Terminen. Niemand merkt es, und trotzdem ändert sich etwas.
Zwei: das Glas Wasser am Morgen
Bevor ich irgendetwas anderes mache, trinke ich ein Glas lauwarmes Wasser. Manchmal mit einem Spritzer Zitrone, oft auch einfach so.
Das ist kein Gesundheitstipp, jedenfalls nicht in erster Linie. Es ist eher ein Gruß. Der erste Moment am Tag, in dem ich etwas für mich tue und nicht für jemand anderen. Bevor das Handy losgeht, bevor die Kinder was brauchen, bevor der Kopf anspringt.
Und während ich trinke, überlege ich mir eine einzige Sache, die heute schön wird. Nicht die Liste, nicht der Plan. Eine Sache. Manchmal ist es nur der Kaffee später oder dass ich abends allein auf dem Sofa sitze.
Drei: der Gedanke vor dem Einschlafen
Abends, wenn ich schon liege, denke ich an etwas Schönes für morgen. Ganz bewusst, bevor der Kopf mit dem Sortieren anfängt.
Das ist mein Gegenmittel gegen dieses Grübeln, das nachts größer wird als es ist. Statt durchzugehen, was ich vergessen habe, lege ich mir etwas Kleines hin, auf das ich mich freuen kann. Ein Spaziergang. Eine Nachricht, die ich schreiben will. Frische Bettwäsche.
Und am nächsten Morgen ist es noch da. Das ist das Schöne daran, die beiden Rituale greifen ineinander. Abends lege ich etwas hin, morgens finde ich es wieder.
Warum das gerade für feinfühlige Menschen etwas verändert
Wenn du viel wahrnimmst, ist dein Tag voller als der von anderen. Nicht dramatischer, einfach voller. Jedes Geräusch, jede Stimmung im Raum, jeder Blick.
Deshalb brauchst du keine weiteren Aufgaben. Du brauchst kleine Anker. Punkte im Tag, an denen dein System kurz merkt: ich bin gemeint, ich darf hier sein.
Drei Kleinigkeiten reichen dafür. Wirklich.
Noch ein paar Kleinigkeiten, die mir helfen
Die drei oben sind meine festen. Aber es gibt noch ein paar, die ich mir dazuhole, wenn ein Tag besonders laut war.
Kaltes Wasser über die Handgelenke. Klingt banal, wirkt aber sofort. Kälte an den Handgelenken oder im Gesicht holt dich zurück in den Körper, wenn der Kopf schon woanders ist.
Summen oder leise vor sich hin singen. Beim Summen vibriert etwas in deinem Hals, und das beruhigt dein System auf einem Weg, den du nicht steuern musst. Ich mache das beim Kochen, wenn keiner zuhört.
Barfuß auf den Boden. Einfach kurz die Schuhe aus und die Füße spüren. Gras, Fliesen, Teppich, egal. Es holt dich runter aus dem Kopf.
Einmal kräftig durchschütteln. Arme, Hände, Beine. Zehn Sekunden reichen. Tiere machen das nach Stress ganz automatisch, wir haben es nur verlernt.
Eine Hand auf das Herz legen. Deine eigene Hand, deine eigene Wärme. Manchmal ist das die einzige Berührung, die ich an einem Tag brauche und niemanden dafür fragen muss.
Zwanzig Minuten raus. Nicht spazieren gehen müssen, nur draußen sein. Himmel schauen zählt auch.
Du musst dir davon nichts merken. Nimm das, was dich anlacht, und lass den Rest liegen.
Fang mit einer an
Wenn du jetzt Lust bekommen hast, nimm bitte nicht alles auf einmal. Such dir eine aus, die dich am meisten anlacht, und probier sie ein paar Tage.
Es geht nicht darum, es richtig zu machen. Es geht darum, dass du merkst, wie es sich anfühlt, wenn du dich selbst mitmeinst.
Und wenn du gerade in einem Moment steckst, in dem alles zu viel ist, schau mal bei meinen Lösungsideen für überfordernde Momente vorbei. Da findest du noch ein paar mehr davon.
Es darf leichter werden. Auch für dich.
Deine Jennyfer
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