Ich weiß genau, was mir helfen würde. Und mache es trotzdem nicht.
Du weißt, was dir guttun würde, und machst es trotzdem nicht. Über Selbstfürsorge, Selbstverantwortung und den Teil in dir, der dich davon abhält.
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Mit KI erstelltKennst du diesen Moment kurz vor dem Schlafengehen?
Du liegst im Bett, es ist zu spät, und du weißt genau, was dir gutgetan hätte. Früher ins Bett. Das Handy weglegen. Einmal rausgehen. Den Termin absagen, von dem du schon vor drei Wochen wusstest, dass er zu viel wird.
Du weißt es. Du hast es sogar irgendwo aufgeschrieben. Und du hast es trotzdem nicht gemacht.
Vielleicht ist es bei dir die Atemübung, die in fünf Minuten helfen würde und die du seit Wochen nicht machst. Vielleicht ist es das Glas Wasser statt des dritten Kaffees. Vielleicht ist es der Anruf bei der Freundin, bei der du dich immer leichter fühlst und bei der du dich seit einem halben Jahr nicht gemeldet hast.
Wenn du das kennst, bist du hier richtig.
Ich bin Jennyfer, Sensi-Begleiterin, und ich begleite feinfühlige Frauen in dem, was ihnen schwerfällt. Ich bin keine Therapeutin und keine Wissenschaftlerin. Was hier steht, kommt aus meinem eigenen Alltag und aus dem, was Frauen mir erzählen, wenn wir lange genug sitzen. Vielleicht erkennst du dich, vielleicht nicht. Beides ist gut.
Falls dich das gerade berührt und du mit jemandem sprechen möchtest, der nickt statt zu raten: im Gruppenraum oder im Einzelgespräch ist Platz dafür. Du musst nicht erst am Ende des Textes ankommen.
Es ist nicht die Disziplin
Der erste Gedanke ist fast immer derselbe: Ich bin zu inkonsequent. Andere ziehen so etwas durch, ich nicht.
Nur stimmt das nicht. Dieselbe Frau, die es nicht schafft, um zehn das Licht auszumachen, steht seit Jahren jeden Morgen auf, wenn ein Kind ruft, bringt Dinge zu Ende, die sie längst ablegen dürfte, und kümmert sich um Menschen, die sich nicht um sie kümmern. An Durchhaltevermögen fehlt es nicht. Es fehlt woanders.
Was du bei anderen einhältst, hältst du bei dir selbst nicht ein. Und das ist kein Charakterfehler, das ist ein Muster mit einer Geschichte.
Der Teil in dir, der bremst, will etwas schützen
Wenn ein Teil von uns etwas nicht tut, obwohl der Kopf längst überzeugt ist, hat dieser Teil meistens einen Grund. Er ist nur nicht laut.
Manchmal schützt er vor dem Gefühl, etwas für sich zu beanspruchen. Wer früh gelernt hat, dass die eigenen Bedürfnisse erst nach allen anderen drankommen, spürt beim Nachhausegehen vom Sport keine Erholung, sondern ein leises schlechtes Gewissen. Also lässt man es lieber gleich.
Manchmal schützt er vor der Enttäuschung. Wenn du dir dreimal vorgenommen hast, abends früher ins Bett zu gehen, und es dreimal nicht geklappt hat, ist es weniger schmerzhaft, es gar nicht erst zu versuchen, als wieder zu scheitern.
Und manchmal schützt er den letzten Rest Freiheit im Tag. Wenn alles verplant ist und alles jemandem gehört, sind die zwei Stunden abends auf dem Sofa das Einzige, was niemand von dir will. Dass ausgerechnet die dir schaden, ist bitter, aber sie sind eben auch das Einzige, was dir gehört.
Es lohnt sich, an dieser Stelle nicht zu schimpfen, sondern zu fragen: Wovor bewahrt mich das gerade?
Warum weiß ich, was mir guttut, und tue es trotzdem nicht?
Weil Wissen und Erlauben zwei verschiedene Dinge sind.
Du hast das Wissen längst. Was fehlt, ist das Gefühl, dass du es darfst. Und dieses Gefühl entsteht nicht durch einen weiteren Vorsatz, sondern langsam, über viele kleine Momente, in denen du dich einmal auf deine eigene Seite stellst.
Bei feinfühligen Menschen kommt noch etwas dazu. Du nimmst mehr wahr, auch die Bedürfnisse anderer, oft bevor sie ausgesprochen sind. Wenn du zwanzig Signale gleichzeitig empfängst und nur eines davon ist deins, ist es kein Wunder, dass deins untergeht. Mit Willen hat das nichts zu tun. Es ist eine Frage der Lautstärke.
Falls du wissen willst, ob das bei dir eine Rolle spielt, dauert der kostenlose Selbsttest fünf Minuten. Alles, was hier steht, gilt für dich auch ohne dieses Wort.
Selbstliebe ist das A und O, nur kein Startbefehl
An dieser Stelle fällt in Ratgebern meistens das Wort Selbstliebe, und dann kommt eine Übung vor dem Spiegel. Ich habe das ausprobiert und fand es unerträglich. Die Idee dahinter ist ja nicht verkehrt. Sie kommt nur zu früh.
Selbstliebe ist bei mir kein Gefühl gewesen, das irgendwann da war und ab dann alles leichter machte. Sie war eher ein Nebenprodukt. Sie entstand aus vielen kleinen Entscheidungen, in denen ich mich auf meine eigene Seite gestellt habe, oft ohne dabei etwas zu fühlen.
Und trotzdem stimmt der Satz, den alle sagen. Ohne dass du dich selbst magst, trägt auf Dauer nichts. Das ist das A und O, da führt kein Weg dran vorbei. Er taugt nur nicht als Anweisung, mit der man am Montag anfängt, weil er ein Ergebnis verlangt, das erst am Ende entsteht.
Was am Anfang steht, ist etwas viel Leiseres: das Erkennen. Der Moment, in dem dir auffällt, dass es genau daran liegen könnte. Dass du dich selbst vielleicht gar nicht so wichtig nimmst. Dass du dich nicht hintenanstellst, weil gerade viel los ist, sondern weil du dich innerlich nicht auf die Liste setzt.
Viele Frauen, mit denen ich spreche, sagen genau das ganz beiläufig. „Ich bin da jetzt auch nicht so wichtig." Als wäre das selbstverständlich. Und es fällt ihnen nicht auf, weil sie es seit Jahren so sagen.
Wenn du das bei dir bemerkst, ist das kein schöner Moment. Aber es ist der, an dem sich etwas bewegen kann, denn ab da weißt du, wo du hinschauen darfst.
Das ist übrigens auch der Punkt, an dem Selbstverantwortung ins Spiel kommt, und zwar in einer freundlichen Version. Nicht als Vorwurf, dass du selbst schuld bist. Sondern als schlichte Feststellung, dass niemand anderes dich abends ins Bett schickt. Deine Mutter nicht, dein Partner nicht, dein Kalender schon gar nicht. Wenn du dir nicht selbst erlaubst, was du brauchst, wartest du auf eine Erlaubnis, die nie kommt, weil es niemanden gibt, der sie ausstellen könnte.
Das ist erst unangenehm und danach eine große Erleichterung. Denn wenn du es selbst bist, ist es auch in deiner Reichweite.
Was bei mir tatsächlich etwas verändert hat
Nicht der bessere Vorsatz. Sondern kleiner werden.
Ich habe aufgehört, mir Dinge vorzunehmen, die eine halbe Stunde brauchen, und angefangen mit Dingen, die zwei Minuten dauern. Einmal ans Fenster gehen und dreimal tief ein und aus. Das Handy in einen anderen Raum legen, wenn ich merke, dass ich alle paar Minuten danach greife. Ein Glas Wasser hinstellen, bevor ich mich hinsetze.
Das klingt nach nichts, und darin liegt der Trick. Etwas, das zwei Minuten dauert, ist zu klein, um daran zu scheitern. Und jedes Mal, wenn es klappt, entsteht ein kleiner Beleg dafür, dass du dir selbst etwas wert bist. Von diesen Belegen braucht es viele.
Manchmal hilft auch ein anderer Satz. Nicht „ich sollte früher ins Bett", sondern „ich darf müde sein". Das eine erzeugt Druck, das andere Erlaubnis, und nur eines von beidem trägt über den Dienstag hinaus.
Der Teil, den ich nicht schönreden will
Das geht nicht schnell. Ich schreibe das hier, weil ich es selbst nicht kann und es nicht besser weiß, sondern weil ich es gerade lerne. Bei mir gibt es weiterhin Wochen, in denen nichts davon passiert.
Und es gibt Zeiten, in denen ein Tag wirklich zu voll ist. Ein kleines Kind, eine Pflegesituation, eine Krankheit. Dann fehlt nicht die Erlaubnis, dann fehlt schlicht die Zeit, und dagegen hilft kein Vorsatz, sondern nur Entlastung von außen.
Es hilft, das zu unterscheiden, statt beides in denselben Vorwurf zu packen.
Wenn du an dieser Stelle weitergehen möchtest
Drei Dinge, die klein genug sind, um heute anzufangen.
Werde kleiner, nicht disziplinierter. Nimm dir nichts vor, was länger als zwei Minuten dauert. Ans Fenster gehen. Ein Glas Wasser hinstellen. Das Handy in einen anderen Raum legen. Zu klein zum Scheitern ist genau die richtige Größe.
Tausch den Satz. Nicht „ich sollte früher ins Bett", sondern „ich darf müde sein". Das eine macht Druck, das andere gibt Erlaubnis, und nur eines von beidem hält über den Dienstag hinaus.
Schau, woher das Muster kommt. Wer versteht, warum er sich hintenanstellt, hört auf, es für einen Charakterfehler zu halten. Mir hat dabei ein Blick auf meine Zahlen geholfen, den ich vorher belächelt hätte. Was mir der Personal Code gezeigt hat erzählt, wie das war, und es gibt dazu einen kostenlosen Einblick. Kein Wahrsagen, eher eine Beschreibung von Mustern, die man an sich selbst schon geahnt hat.
Und wenn du merkst, dass du dabei jemanden brauchst, der mitdenkt: Ein Kennenlerngespräch ist kostenlos und unverbindlich, und in der 1:1 Begleitung schauen wir uns genau solche Stellen in Ruhe an.
Wenn du das hier liest und nickst
Dann bist du nicht inkonsequent. Du hast nur lange geübt, dich hintenanzustellen, und das verlernt sich nicht in einer Woche.
Du musst heute nichts umstellen. Es reicht, einmal zu bemerken, in welchem Moment du dich übergehst. Mehr nicht. Das Bemerken ist schon der Anfang, und alles Weitere darf danach kommen.
Es darf leichter werden. Auch für dich.
Deine Jennyfer
Wenn dich der Aufschiebe-Teil daran interessiert: Du bist nicht faul geht dem für Aufgaben nach, hier ging es um dich selbst.
Einmal im Monat ein Brief
Wenn dir der Text gutgetan hat: Einmal im Monat schreibe ich auf, was mich gerade beschäftigt. Ruhig, ohne Programm, und du kannst jederzeit wieder gehen.
Hast du dich wiedererkannt?
Komm gern in den Gruppenraum. Kleine Runde, maximal drei Frauen. Alles feinfühlige Menschen, die nicken statt komisch zu gucken.
Zum GruppenraumMagst du lieber für dich allein sein? Im Einzelgespräch nehmen wir uns Zeit nur für dich. Ganz wie es sich richtig anfühlt.
Zum EinzelgesprächOder schreib mir.


