Der kurze Blick auf andere, nach dem ich mich schlechter fühle
Ein kurzer Blick auf andere, und du fühlst dich klein. Über Vergleich, Selbstwert und die Frage, wie man selbstbewusster wird, ohne sich zu verstellen.
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Mit KI erstelltKennst du diesen kurzen Blick?
Du scrollst kurz durchs Handy, während der Wasserkocher läuft. Eine Frau, die du kaum kennst, hat ihre Küche umgeräumt, war schon joggen und wirkt dabei völlig entspannt. Es dauert vielleicht drei Sekunden. Und danach fühlt sich dein eigener Morgen kleiner an als vorher.
Vielleicht passiert es dir auch ohne Handy. Auf dem Spielplatz, wo eine Mutter ruhig bleibt, während du innerlich längst am Ende bist. Im Büro, wo jemand in einer Besprechung sagt, was du auch gedacht hast, nur früher und lauter. Beim Klassentreffen, wo alle mit ihrem Leben fertig zu sein scheinen und du dich fragst, wann du eigentlich abgebogen bist.
Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du hier richtig.
Ich bin Jennyfer, Sensi-Begleiterin. Ich begleite feinfühlige Frauen und bin selbst eine. Ich bin keine Psychologin, und was hier steht, ist keine Wissenschaft, sondern das, was ich beobachte, bei mir und bei den Frauen, die mir Vertrauen schenken.
Falls du beim Lesen merkst, dass du darüber sprechen möchtest, ohne dich erklären zu müssen: im Gruppenraum oder im Einzelgespräch ist Platz dafür.
Vergleichen ist keine Schwäche, es ist eine Suche
Wir tun so, als wäre Vergleichen ein Fehler, den man sich abgewöhnen müsste. Dabei ist es das Normalste, was ein Mensch tut. Wir haben kein eingebautes Maß dafür, ob wir richtig sind. Also schauen wir uns um.
Das heißt: Wenn du dich vergleichst, suchst du kein Urteil über dich. Du suchst einen Maßstab. Und du suchst besonders dann, wenn dir dein eigener gerade fehlt.
Das ist der Punkt, der mir selbst am meisten geholfen hat. Nicht der Vorsatz, damit aufzuhören, sondern die Frage, warum ich in diesem Moment außen suche. Meistens ist die Antwort: weil ich innen gerade unsicher bin. Und das ist eine ganz andere Information als „ich bin neidisch" oder „ich gönne anderen nichts".
Warum es dich härter trifft als andere
Es gibt einen Grund, warum manche Menschen das ständig tun und andere fast nie.
Du nimmst mehr wahr. Nicht nur die aufgeräumte Küche auf dem Foto, sondern auch den Ton, in dem jemand spricht, die kurze Pause im Gespräch, die Stimmung im Raum, bevor jemand etwas sagt. Wo andere ein Bild sehen, siehst du fünfzig Details. Und jedes einzelne davon ist Material, das sich vergleichen lässt.
Dazu kommt, dass du das, was du siehst, auch fühlst. Die Zufriedenheit einer anderen Frau bleibt bei dir nicht außen. Sie kommt herein und legt sich neben dein eigenes Gefühl, und daneben sieht deins schmaler aus.
Das ist keine Charakterfrage. Das ist Durchlässigkeit.
Warum vergleiche ich mich ständig mit anderen?
Weil du mehr Vergleichsmaterial bekommst als andere und weniger davon abfedern kannst.
Und weil das, womit du vergleichst, gar nicht das Leben der anderen ist, sondern ihr Ausschnitt. Du siehst die aufgeräumte Küche, nicht den Streit von vorgestern. Du siehst die ruhige Mutter auf dem Spielplatz, nicht die Nacht davor. Du siehst den Satz in der Besprechung, nicht die Unsicherheit, mit der jemand danach nach Hause fährt.
Du vergleichst dein Innen mit dem Außen von jemand anderem. Das kannst du gar nicht gewinnen, weil es kein fairer Vergleich ist, sondern zwei völlig verschiedene Dinge.
Wenn du dich fragst, ob dieses stärkere Wahrnehmen bei dir eine Rolle spielt, kannst du das in fünf Minuten anschauen: Zum kostenlosen HSP-Test. Und alles hier gilt für dich auch, wenn dabei nichts herauskommt.
Wie werde ich selbstbewusster, wenn ich mich ständig vergleiche?
Diese Frage höre ich oft, und meistens steckt darin eine falsche Erwartung. Selbstbewusstsein wird verstanden als Lautstärke. Als etwas, das man sich zulegt, indem man forscher auftritt.
Selbstbewusst heißt aber wörtlich nur: sich seiner selbst bewusst sein. Zu wissen, was man kann und was nicht, was man mag und was nicht, und das nicht ständig neu verhandeln zu müssen.
Wer sich viel vergleicht, hat oft genau das nicht. Der Selbstwert fehlt dabei gar nicht. Er hängt nur an etwas, das von außen kommt. Er steigt und fällt mit dem, was gerade zu sehen ist. Und was von außen kommt, kann man nicht steuern.
Was hilft, ist deshalb nicht, lauter zu werden. Was hilft, ist ein eigener Maßstab. Woran misst du einen guten Tag, wenn niemand zuschaut? Bei mir ist das inzwischen selten Leistung. Meistens ist es die Frage, ob ich mit mir einigermaßen freundlich umgegangen bin.
Das klingt weniger spektakulär als ein Selbstbewusstseins-Training. Es hält aber länger.
Was mir hilft, wenn es passiert ist
Ich habe aufgehört, den Vergleich verhindern zu wollen. Das hat bei mir nur dazu geführt, dass ich mich zusätzlich dafür verurteilt habe, mich zu vergleichen. Zwei Vorwürfe statt einem.
Stattdessen versuche ich, danach eine einzige Frage zu stellen: Was genau habe ich da gerade gesehen, das ich mir selbst wünsche?
Meistens ist es nicht die Küche. Es ist Ruhe. Es ist das Gefühl, genug Zeit zu haben. Es ist, dass jemand sich zu trauen scheint, was ich mich nicht traue. Und in dem Moment, in dem das einen Namen hat, ist es keine Kränkung mehr, sondern ein Hinweis darauf, was mir gerade fehlt.
Manchmal hilft auch etwas ganz Praktisches. Wenn ein bestimmtes Profil mich regelmäßig kleiner macht, muss ich es nicht weiter ansehen. Das ist keine Beleidigung für die Person dahinter. Das ist Fürsorge für mich.
Was ich nicht behaupten will
Dass es weggeht. Ich vergleiche mich weiterhin, manchmal mehrmals am Tag. Was sich verändert hat, ist nur die Zeit danach. Früher hing ich stundenlang daran, heute merke ich es meistens und lege es wieder hin.
Und es gibt Tage, an denen mir das nicht gelingt. Die gehören dazu, und sie bedeuten nicht, dass ich zurückgefallen bin.
Wenn du an dieser Stelle weitergehen möchtest
Frag nach dem Wunsch, nicht nach dem Fehler. Wenn dich ein Vergleich getroffen hat, stell eine einzige Frage: Was genau habe ich da gesehen, das ich mir selbst wünsche? Meistens ist es nicht die Küche, sondern Ruhe oder Zeit oder Mut. Damit wird aus einer Kränkung ein Hinweis.
Bau dir einen eigenen Maßstab. Woran misst du einen guten Tag, wenn niemand zuschaut? Solange du das nicht beantworten kannst, borgst du dir den Maßstab bei anderen, und der passt nie.
Lern dich von einer anderen Seite kennen. Ein eigener Maßstab entsteht leichter, wenn man ein Bild von sich hat, das nicht aus dem Vergleich stammt. Mir hat der Blick auf meine Zahlen dabei geholfen, Was mir der Personal Code gezeigt hat beschreibt das ehrlich, inklusive meiner eigenen Skepsis. Es gibt einen kostenlosen Einblick zum Reinschnuppern.
Wenn du das lieber mit jemandem zusammen anschaust, ist im Gruppenraum Platz dafür, und ein Kennenlerngespräch kostet nichts.
Wenn du das hier liest und nickst
Dann bist du weder neidisch noch undankbar. Du bist jemand, der viel sieht und viel mitbekommt, und das hat einen Preis, den andere nicht zahlen müssen.
Du darfst dir zugestehen, dass dich das trifft. Du musst es nicht wegatmen und nicht relativieren. Es reicht, es zu bemerken und danach wieder zu dir zurückzukommen.
Es darf weich werden. Auch in dir.
Deine Jennyfer
Wenn du das aus dem Alltag mit Kindern kennst: Andere Mamas packen ein Kind in den Tag erzählt genau davon.
Einmal im Monat ein Brief
Wenn dir der Text gutgetan hat: Einmal im Monat schreibe ich auf, was mich gerade beschäftigt. Ruhig, ohne Programm, und du kannst jederzeit wieder gehen.
Hast du dich wiedererkannt?
Komm gern in den Gruppenraum. Kleine Runde, maximal drei Frauen. Alles feinfühlige Menschen, die nicken statt komisch zu gucken.
Zum GruppenraumMagst du lieber für dich allein sein? Im Einzelgespräch nehmen wir uns Zeit nur für dich. Ganz wie es sich richtig anfühlt.
Zum EinzelgesprächOder schreib mir.


