Über die Stimme, die mir seit Jahren erzählt, dass ich zu viel bin
Der Gedanke, dass mit dir etwas nicht stimmt. Woher die Stimme kommt, warum Selbstliebe kein Gefühl auf Bestellung ist und was tatsächlich etwas verändert.
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Mit KI erstelltKennst du diese Stimme?
Sie ist nicht laut. Sie schreit nicht. Sie sagt nur beiläufig, während du dich anziehst, dass du so nicht rausgehen kannst. Sie sagt beim Abschicken einer Nachricht, dass das jetzt bestimmt komisch klang. Sie sagt, wenn dich jemand länger anschaut, dass da wohl etwas nicht stimmt mit dir.
Und du hörst sie so lange schon, dass sie sich nicht wie eine Stimme anfühlt, sondern wie die Wahrheit.
Vielleicht kennst du das vom Blick in den Spiegel, bei dem du sofort weißt, was du zuerst siehst. Vielleicht von Fotos, die du löschst, bevor sie jemand sieht. Vielleicht abends im Bett, wenn du ein Gespräch von vorgestern durchgehst und dich fragst, warum du so bist, wie du bist.
Wenn du das kennst, bist du hier richtig.
Ich bin Jennyfer, Sensi-Begleiterin. Ich bin keine Therapeutin und ich schreibe das nicht als jemand, der damit fertig wäre. Ich kenne diese Stimme selbst sehr gut, und was hier steht, ist keine Anleitung, sondern das, was mir unterwegs geholfen hat.
Falls dich das trifft und du nicht alleine damit sitzen möchtest: im Gruppenraum oder im Einzelgespräch ist Platz dafür. Du musst dafür nichts vorbereiten.
Diese Stimme ist nicht deine Meinung
Das ist das Erste, was mir jemand hätte sagen sollen.
Was du da hörst, ist selten dein eigener Gedanke. Es sind meistens Sätze, die einmal von außen kamen, oft in der Kindheit, oft nebenbei gesagt und ohne böse Absicht. Sei nicht so empfindlich. Stell dich nicht so an. Andere schaffen das doch auch. Musst du immer so kompliziert sein.
Kinder glauben so etwas nicht einfach. Sie bauen es ein. Und irgendwann brauchst du niemanden mehr, der es sagt, weil du es selbst übernommen hast.
Deshalb fühlt es sich auch nicht wie Kritik an, sondern wie eine Tatsache. Tatsachen hinterfragt man nicht.
Warum mag ich mich nicht?
Weil du dich mit etwas vergleichst, das du selbst festgelegt hast, ohne es je zu überprüfen.
Irgendwo in dir gibt es eine Vorstellung davon, wie du sein müsstest, damit es in Ordnung ist. Belastbarer. Fröhlicher. Lockerer. Schneller. Weniger. An dieser Vorstellung misst du dich jeden Tag, und sie hat einen Vorteil, den kein Mensch hat: Sie ist nie müde, nie überfordert und nie schlecht gelaunt.
Gegen ein Bild kann man nicht gewinnen.
Und wenn du außerdem zu den Menschen gehörst, die viel wahrnehmen, kommt etwas dazu. Du bekommst mehr mit von dem, was du bei anderen auslöst. Jedes Stirnrunzeln, jede kurze Pause, jeder Ton, der eine Spur kühler ist. Das sammelt sich, und es sieht aus wie ein Beweis.
Das hat einen Namen, und wenn du magst, schau in fünf Minuten, ob es zu dir passt: Zum kostenlosen HSP-Test. Es macht die Stimme nicht leiser, aber es kann erklären, warum sie bei dir so viel Material hat.
Selbstliebe ist kein Gefühl auf Bestellung
Wenn man an dieser Stelle sucht, findet man sehr schnell das Wort Selbstliebe, und dahinter meistens eine Übung vor dem Spiegel. Man soll sich in die Augen schauen und sagen, dass man sich liebt und annimmt, so wie man ist.
Ich habe das ehrlich versucht. Es war furchtbar.
Nicht weil die Idee falsch wäre, sondern weil sie an der falschen Stelle ansetzt. Du sollst ein Gefühl haben, das du gerade nicht hast, und wenn es nicht kommt, hast du einen Grund mehr, an dir zu zweifeln. Aus einer Hilfe wird eine weitere Gelegenheit zu scheitern.
Bei mir ist Selbstliebe nie als Gefühl aufgetaucht. Sie kam als Nebenprodukt. Sie entstand daraus, dass ich anfing, mich anders zu behandeln, lange bevor ich etwas empfand. Ich habe mir Pausen genommen, ohne sie zu verdienen. Ich habe zweimal nein gesagt, wo ich sonst ja gesagt hätte. Ich habe aufgehört, mich für Dinge zu entschuldigen, die keine Entschuldigung brauchten.
Und irgendwann, viel später, war da ein Tag, an dem ich mich nicht andauernd kommentiert habe. Das war alles. Kein Durchbruch, keine Erleuchtung, nur ein ruhigerer Tag.
Deshalb glaube ich inzwischen: Der Satz „du musst dich erst selbst lieben" ist nicht falsch. Er ist sogar das Wichtigste überhaupt, weil ohne ihn auf Dauer nichts anderes trägt. Er taugt nur nicht als erster Schritt, weil er ein Ergebnis verlangt, das erst am Ende entsteht.
Der erste Schritt ist kleiner und viel unspektakulärer. Er besteht darin, überhaupt zu bemerken, dass es daran liegen könnte. Dass du dich selbst nicht besonders wichtig nimmst. Viele Frauen, mit denen ich spreche, halten sich für den am wenigsten dringenden Punkt auf ihrer eigenen Liste, und sie sagen das ganz nebenbei, als wäre daran nichts Besonderes.
Wenn du das bei dir erkennst, hast du den schwersten Teil schon getan. Alles danach ist Übung.
Wenn du an dieser Stelle weitergehen möchtest
Gib der Stimme einen Absender. Wenn sie das nächste Mal etwas sagt, frag dich, wessen Tonfall das eigentlich ist. Sehr oft hat sie eine Stimme, die man wiedererkennt. Allein das schafft Abstand, denn ein Satz von jemand anderem darf man prüfen.
Behandeln statt fühlen. Frag nicht, ob du dich magst. Frag: Was würde ich jetzt für jemanden tun, den ich mag? Und dann mach genau das, auch ohne Gefühl. Das Gefühl kommt später oder gar nicht, und es funktioniert trotzdem.
Streich zwei Entschuldigungen. Nicht alle, nur zwei am Tag. Die für Dinge, die du nicht zu verantworten hast. Für das Wetter, für die Verspätung der Bahn, dafür, dass du eine Frage hast. Das klingt lächerlich klein und wirkt erstaunlich stark.
Such dir ein Bild von dir, das nicht aus deinem Kopf stammt. Wenn alles, was du über dich weißt, aus derselben Stimme kommt, ist es schwer, etwas anderes zu glauben. Mir hat dabei geholfen, meine eigenen Muster einmal von außen beschrieben zu bekommen. Was mir der Personal Code gezeigt hat erzählt, wie das war, samt meiner Skepsis, und dazu gibt es einen kostenlosen Einblick.
Und wenn du merkst, dass du das nicht allein sortieren möchtest: Ein Kennenlerngespräch ist kostenlos und unverbindlich, im Gruppenraum sitzen andere, die diese Stimme auch kennen, und in der 1:1 Begleitung gehen wir dem in Ruhe nach.
Was ich nicht behaupten will
Dass die Stimme verschwindet. Meine ist noch da. Sie meldet sich seltener und ich glaube ihr weniger, aber sie ist nicht weg, und ich rechne auch nicht damit.
Und wenn das bei dir sehr tief sitzt, wenn es nicht nur eine Stimme ist, sondern ein durchgehendes Gefühl, das dich schon lange begleitet, dann darfst du dir Unterstützung holen, die weiter geht als ein Blogbeitrag. Das ist kein Versagen und kein Umweg. Manche Dinge sind einfach zu groß, um sie alleine zu tragen.
Wenn du das hier liest und nickst
Dann bist du nicht kompliziert und nicht zu viel. Du hast früh gelernt, dich streng anzusehen, und das ist so lange her, dass es sich wie deine eigene Meinung anfühlt.
Du musst dich nicht ab morgen lieben. Es reicht, einmal zu bemerken, wie du mit dir sprichst. Und wenn du magst, es beim nächsten Mal eine Spur freundlicher zu versuchen. Mehr ist heute nicht nötig.
Es darf weich werden. Auch in dir.
Deine Jennyfer
Wenn du wissen willst, wo solche Sätze herkommen: Zu leise, zu langsam, zu schüchtern.
Einmal im Monat ein Brief
Wenn dir der Text gutgetan hat: Einmal im Monat schreibe ich auf, was mich gerade beschäftigt. Ruhig, ohne Programm, und du kannst jederzeit wieder gehen.
Hast du dich wiedererkannt?
Komm gern in den Gruppenraum. Kleine Runde, maximal drei Frauen. Alles feinfühlige Menschen, die nicken statt komisch zu gucken.
Zum GruppenraumMagst du lieber für dich allein sein? Im Einzelgespräch nehmen wir uns Zeit nur für dich. Ganz wie es sich richtig anfühlt.
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